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Aktuelles

Veröffentlichung in den Regionalzeitungen vom 19.11.2015


Beziehungen in der Lebensmitte
Wünsche und Bedürfnisse klären

Ein sonniger Nachmittag am See, auffallend viele Paare mittleren Alters flanieren an der Uferpromenade entlang - beide kurz vor Pension, beide sehr sportlich, beide sehr aktiv und gesund.
Das ist die Idealvorstellung: in der Pension zu zweit, Beziehung im Alter: Zeit haben, für alles was vorher nicht möglich war, auf das gemeinsame Leben zurückblicken und nicht morgens "Tschüss, bis heute Abend" rufen müssen, sondern den Alltag gemeinsam verbringen und genießen können.
Aber genau jetzt stellen sich neue Schwierigkeiten ein. Die gemeinsamen Kinder sind groß, sie sind auf dem Absprung oder gar schon aus dem Haus. Das gemeinsame Zuhause ist fast schuldenfrei. Eigentlich ist alles gut - und doch bekommt genau jetzt diese Beziehung viele Fragezeichen:
Wo stehe ich als Frau, wenn ich in den vergangenen Jahren als Mutter, als Hausfrau und in der Arbeit gefordert war? Wo stehe ich als Mann, der den ganzen Tag bei der Arbeit war, um eben der Familie dieses Leben finanziell zu ermöglichen?
Jetzt meldet sich das Bedürfnis, vom anderen wieder voll wahrgenommen zu werden, Wertschätzung zu bekommen...
Allerdings stellt sich eventuell die ernüchternde Erkenntnis ein, dass der andere das so gar nicht geben kann... Trennung wird zum Thema. Der Wunsch wird laut, doch noch andere Wege zu gehen, doch ein Glücksgefühl in einer anderen Beziehung zu suchen, abseits von eingespielten, zu vertrauten Gewohnheiten....

Trennung in der Lebensmitte?
Trennung scheint einfach, wenn die Kinder die Eltern nicht mehr als versorgende Eltern brauchen. Trennung wird bei genauerem Hinsehen in dieser Lebensphase aber doch viel komplizierter: alles was gemeinsam geschaffen wurde, rückt in den Blick. Wie kann das jeweilige Tun plötzlich in Sachwerte aufgewogen werden? Wie kann all das miteinander Geschaffene gerecht zugeordnet und gerecht entschädigt werden? Und wie kann das finanzielle Auskommen in der Pension gesichert werden? Gibt es vielleicht doch Alternativen, weniger schmerzend, weniger enttäuschend?

Mediation als Rahmen
Den passenden Rahmen für diese nötige Auseinandersetzung bietet die Mediation: die aktuelle Situation wird zum Thema. Die Wünsche und Bedürfnisse beider können ausgesprochen werden. Lösungen können gefunden und begleitet werden, weil die Mediation dafür sorgt, dass direkte Kommunikation konstruktiv möglich ist. Es ist der Rahmen, um eine Zwischenbilanz in der Beziehung zu ziehen, sowohl emotional, als auch finanziell. Mediation eröffnet einen neuen Blick auf die Zukunft. Sie kostet Energie, aber das ist die gemeinsame Vergangenheit wert.

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